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	<title>Form &#38; Füllung</title>
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	<description>Form &#38; Füllung</description>
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		<title>Mit dem iPad zur iSchulter – eine Gefahr für den  Tablet-Boom?</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 09:44:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Beitrag als Podcast Audio-Datei herunterladen (2012-01-11_podcast_ipad_ischulter.mp3) Haben Sie schon mal einen Tablet-PC in der Hand gehabt? Irgendwie unhandlich, finde ich. Wie ich das Ding auch drehe und wende – die Entspannungssituation, in der uns Springer-ChefWeiterlesen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Beitrag als Podcast</p>
<p><a href="http://www.form-und-fuellung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012-01-11_podcast_ipad_ischulter.mp3">Audio-Datei herunterladen (2012-01-11_podcast_ipad_ischulter.mp3)</a></p>
<p>Haben Sie schon mal einen Tablet-PC in der Hand gehabt? Irgendwie unhandlich, finde ich. Wie ich das Ding auch drehe und wende – die Entspannungssituation, in der uns Springer-Chef Mathias Döpfner einst seine Apps genießen lassen wollte, sie will sich bei mir einfach nicht einstellen.<span id="more-575"></span></p>
<h4>Mit gesenktem Haupte vor dem iPad</h4>
<p>Um das Tablet wie ein Tablett zu halten, muss ich meine linke Hand bis zum Anschlag verdrehen. Um es auf dem Schoß zu bedienen, muss ich Kopf und Nacken weit nach unten neigen. Halte ich das Tablet schließlich mit der linken Hand, macht sich bald sein Gewicht bemerkbar, und ich beginne zu wackeln. So oder so – nach einiger Zeit rebelliert immer irgendein Muskel gegen die Zwangshaltungen. Liegt das alles nur an mir? Wohl nicht, denn eine aktuell veröffentlichte Studie scheint mich in diesen Erfahrungen zu bestätigen.</p>
<p>Die Autoren untersuchten darin, welche Körperhaltung iPad- und Xoom-Nutzer bei typischen Aktivitäten wie Surfen oder Mailen einnehmen. Es zeigte sich, dass sie Kopf und Nacken deutlich mehr nach vorne neigen als etwa beim Gebrauch eines Desktop-PC oder Laptops. Ein Grund dafür ist, dass Tablets oft auf dem Schoß abgelegt werden, ein anderer, dass man den Monitor nicht gegen die virtuelle Tastatur verstellen kann und so immer einen Kompromiss zwischen Blickwinkel und Bedienbarkeit suchen muss.</p>
<p>Nun wissen Ergonomie-Forscher, dass sich die beschriebenen Fehlhaltungen auf den Bewegungsapparat auswirken. Über kurz oder lang drohen Verspannungen in Nacken und Schultern. Und das könnte drastische Konsequenzen haben.</p>
<h4>Steife Nacken, verspannte Muskeln</h4>
<p>Vor meinem geistigen Auge sehe ich ein Heer an Tablet-Nutzern, die mit schmerzverzerrtem Gesicht den Kopf rollen und verzweifelt ihre Muskeln kneten. Ich sehe Ärzte, die nach der Maus-Hand und dem SMS-Daumen weitere medienbezogene Krankheitsbilder wie den iNacken und die iSchulter diagnostizieren. Und ich sehe spezielle Therapieformen wie die iPhysiotherapie entstehen, deren Kosten die Krankenversicherungen in den Ruin treiben.</p>
<p>Wird hier nicht rechtzeitig gegengesteuert, lösen sich womöglich die ganzen Wachstumsprognosen von Tablet-Industrie und Medienunternehmen in Luft auf. Ich glaube daher, dass wir eine ergonomische Art der Tablet-Nutzung brauchen; eine, die Verspannungen am besten gar nicht erst entstehen lässt. Aber wie könnte die aussehen?</p>
<h4>Döpfners Entspannungssituation</h4>
<p>Vielleicht so, dass schon während dem Surfen, Mailen oder Video-Schauen der Partner oder die Partnerin zugreift und die Muskeln lockert – eine präventive Massage sozusagen. Die Frage „Schatz, wollen wir surfen?“ könnte in diesem Zusammenhang eine Bedeutung gewinnen, die weit über den puren Medienkonsum hinausgeht. Und vielleicht hatte Döpfner ja so was vor Augen, als er über die Entspannungssituation schwadronierte.</p>
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		<title>Der eingebildete Kranke</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Jan 2012 21:21:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Lob und Tadel]]></category>
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		<description><![CDATA[Beitrag als Podcast Audio-Datei herunterladen (2012-01-23_podcast_hypochonder.mp3) Vor gut einem halben Jahr bekam ich unverlangt ein Buch zugesandt.  Es handelte sich um den Erfahrungsbericht eines Hypochonders, erschienen 2006. Im Begleitschreiben bat die Verlegerin um eine Rezension;Weiterlesen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Beitrag als Podcast</p>
<p><a href="http://www.form-und-fuellung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012-01-23_podcast_hypochonder.mp3">Audio-Datei herunterladen (2012-01-23_podcast_hypochonder.mp3)</a></p>
<p>Vor gut einem halben Jahr bekam ich unverlangt ein Buch zugesandt.  Es handelte sich um den Erfahrungsbericht eines Hypochonders, erschienen 2006. Im Begleitschreiben bat die Verlegerin um eine Rezension; Titel, Aufmachung und Erscheinungsjahr machten aber nicht Lust darauf, dieser Bitte auch nachzukommen. Bis ich das Buch vor kurzem dann doch zur Hand nahm.</p>
<p><span id="more-564"></span><br />Der szenische Einstieg übte einen regelrechten Sog auf mich aus. Darin beschreibt der Autor, wie seine schwer kranke Mutter nach vielen Irrungen letztlich ihre Diagnose erhält: amyotrophe Lateralsklerose, kurz ALS. Dabei handelt es sich um eine Nervenerkrankung, die mit einer fortschreitenden Lähmung der Muskeln einhergeht. Die durchschnittliche Überlebensdauer nach Diagnosestellung beträgt drei Jahre, der Tod wird meist durch eine Atemlähmung hervorgerufen.</p>
<p>Mit diesem Ereignis begann für den Autor seine eigene Karriere als Hypochonder. Er entdeckte ebenfalls Symptome der ALS an sich und ließ sich nur mühsam davon überzeugen, nicht betroffen zu sein. Kurz darauf folgten andere Auffälligkeiten, die er nach ausgedehnten Eigenrecherchen als Zeichen von Krebs und ähnlich schweren Erkrankungen deutete. Er hetzte von einem Arzt zum anderen, erzwang immer neue Untersuchungen und beharrte dennoch darauf, ein Todeskandidat zu sein.</p>
<p>Je länger ich in dem Buch las, umso mehr verwandelte sich meine anfängliche Empathie gegenüber dem Autor in eine ausgeprägte Antipathie.  Der Gipfel war für mich erreicht, als er eine nächtliche Episode als Nahtoderlebnis deutete. Ich hielt die ganze Geschichte für hoffnungslos übertrieben und schalt den Autor insgeheim einen Jammerlappen, der sinnlos die begrenzten Ressourcen unseres Gesundheitssystems in Anspruch nahm und bewusst oder unbewusst darauf hoffte, maximale Schonung und Zuwendung zu erfahren.</p>
<p>Erst nach einer mehrtägigen Lesepause kamen mir Zweifel. War meine Antipathie wirklich gerechtfertigt? War der Autor nicht sehr wohl krank, nur eben anders als er dachte? Hatte ich es mir zu leicht gemacht?</p>
<p>Tatsächlich gilt die Hypochondrie ja als ernstzunehmende psychische Störung. Ich aber hatte mit Unverständnis und Ablehnung auf die Probleme des Autors reagiert &#8211; ganz so, wie es auch mancher seiner Ärzte im Laufe der Betreuung tat und den eingebildeten Kranken damit in die Arme des nächsten Arztes trieb.</p>
<p>Eine derartige Dynamik wird sich in deutschen Arztpraxen häufiger ereignen. Und sie dürfte verhindern, dass Hypochonder frühzeitig als solche erkannt und behandelt werden. Damit aber hat das Buch durchaus einen Stellenwert. Denn wer sich durch die Krankengeschichte des Autors gekämpft hat, wird bewusster auf Anzeichen einer hypochondrischen Störung achten – und womöglich dem Patienten, sich selbst und dem Gesundheitssystem eine Reihe unnötiger Leistungen ersparen.</p>
<p><strong>Bibliografische Angaben</strong><br />Ernst Kaufs &#8220;Ich habe Angst vor Krankheiten&#8221;, erschienen im Tribut-Verlag 2006; 103 Seiten für 9,80 €</p>
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		<title>Ärzte, wie wir sie uns wünschen</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Jan 2012 13:13:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Medizin]]></category>

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		<description><![CDATA[Beitrag als Podcast Audio-Datei herunterladen (2012-01-11_podcast_aerzte_final.mp3) Schubladen machen das Leben bekanntlich leichter. So bedeutet für mich etwa ein Besuch beim Orthopäden, dass man fünf Minuten mit dem Arzt spricht, anschließend geröntgt wird und dann dieWeiterlesen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Beitrag als Podcast  <a href="http://www.form-und-fuellung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012-01-11_podcast_aerzte_final.mp3">Audio-Datei herunterladen (2012-01-11_podcast_aerzte_final.mp3)</a></p>
<p>Schubladen machen das Leben bekanntlich leichter. So bedeutet für mich etwa ein Besuch beim Orthopäden, dass man fünf Minuten mit dem Arzt spricht, anschließend geröntgt wird und dann die Empfehlung für eine Operation bekommt. Den Termin möge man bitte mit der Assistentin am Empfang ausmachen. Alles nur ein Vorurteil? Nun ja, zumindest alles schon erlebt.</p>
<p><span id="more-548"></span></p>
<p>Meine gesundheitliche Schwachstelle ist der Bewegungsapparat. Deshalb kann ich auf umfangreiche orthopädische Erfahrungen zurückblicken. Die waren zwar nicht alle schlecht, aber doch überwiegend prototypisch – siehe oben. Auffallend ist dabei, dass vor allem jene Fachärzte zu Funktionsdiagnostik und Operation neigen, die ein Röntgengerät ihr Eigen nennen und Belegbetten haben. Und man fragt sich, ob sich an dieser Neigung eigentlich nie etwas ändert.</p>
<p>Vor längerer Zeit besuchte ich regelmäßig die nationalen Schmerzkongresse. Fast schon gebetsmühlenartig predigten dort mehrere Referenten Jahr um Jahr von einem anderen Umgang mit skelettbezogenen Beschwerden.  Die Devise von den vier „A“ machte die Runde. Sie stehen für Anamnese, Ausziehen, Anschauen und Anfassen. Laut dem Schmerztherapeuten Dr. Wolfgang Bartel aus Halberstadt lassen sich damit beispielsweise 70 bis 80 Prozent aller Beschwerden im Rückenbereich zuverlässig einordnen.</p>
<p>Einer ähnlichen Herangehensweise bin ich über Jahre hinweg nicht begegnet. Bis ich vor kurzem die Disziplin wechselte und einen Facharzt für physikalische und rehabilitative Medizin aufsuchte. Und siehe da, da waren sie, die vier „A“.</p>
<p>Der Arzt erhob eine Anamnese, prüfte den gesamten Körperbau, achtete auf Stärke, Verspannungen und Verkürzungen der Muskulatur und ließ mich etliche Übungen machen. Seine Untersuchungsinstrumente waren in erster Linie die Augen und die Hände, zuletzt auch der Ultraschall. Anschließend besprach er mit mir mehrere Behandlungsoptionen, darunter auch chirurgische. Es bedarf an dieser Stelle vermutlich keiner Erwähnung mehr, dass er eher eine konservative Strategie bevorzugte.</p>
<p>Ob das nun der Königsweg für alle orthopädischen Probleme ist, sei dahingestellt. In vielen Fällen wäre den Patienten und dem Gesundheitssystem aber sicherlich gedient, wenn Ärzte einen Gesinnungswandel vollzögen. Das hieße dann: sich mehr auf die eigene Wahrnehmung als auf eine aufwändige apparative Diagnostik zu verlassen und sich mehr an der Lebensqualität als am technisch Machbaren zu orientieren.  Als Patient hätte man dann auch eher das Gefühl, dass es um einen selbst geht und nicht um die Geräte- und Bettenauslastung.</p>
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		<title>Die Mogelpackung &#8211; nur wer bemogelt hier wen?</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Jul 2011 14:30:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am 19.7. erschien in der SZ nun zum zweiten Mal innerhalb relativ kurzer Zeitein Artikel zur &#8216;personalisierten Medizin‘. Der Autor stellt darin erneut die These auf,dass es sich bei diesem Begriff um nichts anderes alsWeiterlesen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 19.7. erschien in der SZ nun zum zweiten Mal innerhalb relativ kurzer Zeit<br />ein Artikel zur &#8216;personalisierten Medizin‘. Der Autor stellt darin erneut die These auf,<br />dass es sich bei diesem Begriff um nichts anderes als eine PR-Strategie der Pharmaindustrie<br />und interessierter Wissenschaftler handelt. Untermauern tut er diese These leider nicht.<span id="more-509"></span></p>
<p>Zunächst steigt der Autor mit einer Begriffsdefinition der personalisierten Medizin ein,<br />die angreifbar ist. Er unterstellt, dass Patienten darunter  die &#8220;längst nötige Besinnung der<br />Medizin auf den wahren Kern der Heilkunde &#8211; &#8220;ein intensives Arzt-Patienten-Verhältnis, das<br />von Respekt und Verständnis geprägt ist&#8221; &#8211; verstehen. Ich unterstelle, dass die meisten Patienten<br />dies als ganzheiltiche Medizin bezeichnen würden und mit personalisierter Medizin nicht viel<br />anfangen können. Und Fachleute füllen den Begriff  &#8216;personalisierte Medizin‘  &#8211; je nach eigener<br />Anschauung &#8211; ohnehin mit unterschiedlichen Inhalten.  Ihn auf eine vermeintliche Sichtweise<br />von Patienten zu verengen, greift zu kurz.</p>
<p>Weiter ist die Quellenlage des Beitrags recht dürftig. Der Autor zitiert das Editorial eines Fachmagazins und führt Äußerungen von Wolf-Dieter Ludwig, den Vorsitzenden der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft, ins Feld. Dabei handelt es sich um Meinungsäußerungen, die im Falle von Herrn Ludwig auf ein Schlagwort &#8211; personalisierte Medizin als &#8220;Science-fiction&#8221; &#8211; reduziert werden. Viele weitere Aussagen des Beitrags schwadronieren im Ungefähren.</p>
<p>Das ist bedauerlich. Denn es ist in jedem Fall zu begrüßen, wenn Medizinjournalisten windige PR-Strategien der Pharmaindustrie entlarven. Hier wird jedoch das Kind mit dem Bade ausgeschüttet.</p>
<p>Was soll daran schlecht sein, wenn Ärzte Medikamente nicht mehr nach dem Gießkannenprinzip verordnen müssen, sondern Mittel an der Hand haben, um das individuelle Risiko-Nutzen-Profil einzuschätzen? Es ließen sich nämlich durchaus Maßnahmen zugunsten einer personalisierten Medizin in diesem Sinne aufführen. Dass sie abgesehen davon noch in den Kinderschuhen steckt, macht das oder die Konzepte nicht per se schon schlecht. Und die Entscheidungsträger im Gesundheitssystem müssen es ja nicht der Pharmaindustrie überlassen, den Begriff zu okkupieren und neue Krankheiten zu definieren, sodass die Medikamente dagegen der Nutzenbewertung nach dem AMNOG entkommen.</p>
<p><a title="Süddeutsche Zeitung: Beitrag zur personalisierten Medizin" href="http://www.sueddeutsche.de/wissen/personalisierte-medizin-die-mogelpackung-1.1121890" target="_blank">Zum SZ-Beitrag </a></p>
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		<title>Lockruf zur Darmspiegelung: „Ich geh da hin!“</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Jun 2011 12:18:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Bund niedergelassener Gastroenterologen (BNG) wird mit seiner Kampagne &#8220;Ich geh da hin!&#8221; zur endoskopischen Darmkrebs-Früherkennung nun auch auf Facebook aktiv. Das ist nachvollziehbar, aber ist die Maßnahme auch gelungen? Die Darmspiegelung (Endoskopie) wird vonWeiterlesen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Bund niedergelassener Gastroenterologen (BNG) wird mit seiner Kampagne &#8220;Ich geh da hin!&#8221; zur endoskopischen Darmkrebs-Früherkennung nun auch auf Facebook aktiv. Das ist nachvollziehbar, aber ist die Maßnahme auch gelungen?<span id="more-486"></span></p>
<p>Die Darmspiegelung (Endoskopie) wird von Magen-Darm-Spezialisten als effektivste Methode zum Aufspüren und Entfernen von Krebsvorstufen angesehen. Jeder gesetzlich Versicherte ab dem 55. Lebensjahr hat daher einen Anspruch auf die Leistung. Allerdings nehmen nach wie vor zu wenige Menschen an diesem Früherkennungsprogramm teil. Deswegen setzt der BNG nun auch auf Facebook und erhofft sich virale Effekte und zusätzliche Reichweite für seine Argumente. Da stellt sich doch gleich die Frage, ob die anvisierte Zielgruppe überhaupt in nennenswertem Umfang auf Facebook vertreten ist?</p>
<p>Laut <a title="Facebook Nutzerstatistik 2011" href="http://allfacebook.de/zahlen_fakten/facebook-nutzerzahlen-2011" target="_blank">allfacebook.de </a>waren zum Jahresbeginn 2011 gut 360.000 User in der Altersklasse zwischen 55 und 64 Jahren auf Facebook aktiv. Zählt man alle User im Alter von 65 Jahren und darüber hinzu, sind es kumuliert ungefähr 570.000. In Relation zur Größe der Zielgruppe insgesamt ist das nicht eben viel. Da der BNG aber schon in der Vergangenheit viel übers Internet zu erreichen versuchte, ist die Facebook-Präsenz nur konsequent.</p>
<p>Dieselbe Konsequenz würde man sich auch bei den Inhalten wünschen. Die aber setzen sich aus sattsam bekannten Motiven und Pressetexten zusammen, die wortgleich in alle möglichen Kanäle eingespeist werden. So vermeldet der BNG kurioserweise auch, dass die Gastroenterologen Herrn Professor Riemann ehren; das ist zwar schön für den Geehrten, aber die Meldung dürfte kaum jemanden von der Notwendigkeit einer Darmspiegelung überzeugen. Medienadäquate Inhalte fehlen gänzlich. Und als Nötigung empfinde ich es geradezu, dass man Einträge nur als Fan der Seite kommentieren kann.</p>
<p>Die Aktion ist ein Beispiel dafür, dass man eine gelungene Web 2.0 Kampagne nicht so nebenher auf die Beine stellt; ganz nach dem Motto: Die Inhalte liegen doch herum, stellen wir sie halt auch auf Facebook. Wie könnte man es anders machen? Aus dem Stegreif würde ich sagen: Menschen aus Fleisch und Blut in Position bringen, kontroverse Fragen aufgreifen, Kommentarmöglichkeiten schaffen, Diskussionen anstoßen und Inhalte jenseits der üblichen Pressearbeit anbieten. Sonst werden zu den 151 Fans (seit 21. April) – die mehrheitlich wohl von Partnerorganisationen und BNG-Mitgliedern stammen -  nicht viele hinzukommen.</p>
<p><a title="Kampagne &quot;Ich geh da hin!&quot;" href="http://www.ich-geh-da-hin.de/" target="_blank">&#8220;Ich geh da hin!&#8221; im Web</a></p>
<p><a title="Facebook-Seite &quot;Ich geh da hin!&quot;" href="http://www.facebook.com/ichgehdahin" target="_blank">&#8220;Ich geh da hin!&#8221; auf Facebook</a></p>
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		<title>WHO stuft Handystrahlung als möglicherweise krebserregend ein</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Jun 2011 11:31:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Lob und Tadel]]></category>
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		<description><![CDATA[„Krebsrisiko bei intensiver Handy-Nutzung“ titelt heute die Süddeutsche Zeitung. Angesichts der Ergebnisse der zugrundeliegenden Studie, ist diese Schlagzeile für meinen Geschmack zu effektheischerisch und irreführend. Aufhänger für den SZ-Beitrag ist eine Veröffentlichung der WHO, wonachWeiterlesen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Krebsrisiko bei intensiver Handy-Nutzung“ titelt heute die Süddeutsche Zeitung. Angesichts der Ergebnisse der zugrundeliegenden Studie, ist diese Schlagzeile für meinen Geschmack zu effektheischerisch und irreführend.<span id="more-467"></span></p>
<p>Aufhänger für den SZ-Beitrag ist eine Veröffentlichung der WHO, wonach die von Handys ausgehende Strahlung als möglicherweise krebserregend eingestuft wird. Diese Einstufung beruht ihrerseits auf der Interphone-Studie. In dieser Arbeit wurde der Zusammenhang zwischen Handy-Nutzung und bestimmten Gehirntumoren auf bislang umfangreichste Weise untersucht. Das je nach Sichtweise auffälligste Resultat: Teilnehmer, die ihr Handy sehr intensiv nutzten, erkrankten 1,4 mal so oft an einem Gliom, wie Teilnehmer, die ihr Handy nie regelmäßig nutzten. Wie soll man nun mit dieser abstrakten Information umgehen? Dazu einige Anmerkungen.</p>
<ul>
<li>Das Konfidenzintervall des Ergebnisses ist breit (1,03-1,89), das heißt, die Präzision des Ergebnisses eher gering.</li>
<li>Die Autoren der Studie weisen selbst auf die eingeschränkte Aussagekraft des Ergebnisses hin:<br /><em>There were suggestions of an increased risk of glioma at the highest  exposure levels, but biases and error prevent a causal interpretation</em></li>
</ul>
<ul>
<li>Und schließlich handelt es sich bei dem Ergebnis um eine Angabe zur relativen Risikoerhöhung (40 %). Derartige Angaben wirken oft sehr eindrücklich, sind aber nur ein Teil der Wahrheit. Der andere Teil – das absolute Risiko – sollte stets mitbetrachtet werden. In Europa erkranken pro Jahr 5 von 100.000 Menschen an einem Gliom. Bei intensiven Handy-Nutzern wären es nach dem obigen Ergebnis 7 pro 100.000. Eine absolute Risikoerhöhung also von 0,002 %. Ohne zynisch sein zu wollen, aber das klingt schon weit weniger dramatisch.</li>
</ul>
<p>Fall-Kontroll-Studien wie die Interphone generieren Hypothesen und können mögliche Zusammenhänge aufzeigen. Eine Ursache-Wirkungs-Beziehung belegen sie nicht. Dazu bedarf es Studien mit einem anderen Design. Und so ist es gut, dass Wissenschaftler ein wachsames Auge auf den Zusammenhang zwischen Handy-Strahlung und Krebsrisiko haben und dazu weitere Untersuchungen anstellen. Bis dahin sollten Journalisten mit ihrer Wortwahl die Ergebnisse nicht vorwegnehmen.</p>
<p><a title="SZ: Krebsrisiko bei intensiver Handy-Nutzung" href="http://www.sueddeutsche.de/wissen/studie-der-weltgesundheitsorganisation-verdaechtige-handy-strahlung-1.1103987" target="_blank">Zum SZ-Beitrag</a><br /><a title="Die Interphone Stuie" href="http://ije.oxfordjournals.org/lookup/resid/dyq079?view=full.pdf&amp;uritype=cgi" target="_blank">Interphone-Studie</a><br /><a title="WHO-Einstufung der Handy-Strahlung" href="http://www.iarc.fr/en/media-centre/pr/2011/pdfs/pr208_E.pdf" target="_blank">Pressemitteilung zur WHO-Einstufung der Handy-Strahlung als krebserregend</a></p>
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		<item>
		<title>Pharmakommunikation und social media – eine erste Stellungnahme von Behördenseite</title>
		<link>http://www.form-und-fuellung.de/pharmakommunikation-und-social-media-%e2%80%93-eine-erste-stellungnahme-von-behordenseite/</link>
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		<pubDate>Thu, 26 May 2011 15:32:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Social media]]></category>

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		<description><![CDATA[Großbritannien schlägt USA &#8211; Die britische Prescription Medicines Code of Practice Authority (PMCPA) hat nun vor der FDA eine Stellungnahme zur digitalen Kommunikation veröffentlicht. Sie soll Pharmaunternehmen helfen, die das Web 2.0 für die InformationWeiterlesen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Großbritannien schlägt USA &#8211; Die britische Prescription Medicines Code of Practice Authority (PMCPA) hat nun vor der FDA eine Stellungnahme zur digitalen Kommunikation veröffentlicht. Sie soll Pharmaunternehmen helfen, die das Web 2.0 für die Information über verschreibungspflichtige Präparate nutzen möchten.<span id="more-459"></span></p>
<p>Die Pharmaindustrie und social media, das ist ein bisschen wie Teenager und Sex. Man redet drüber, würde auch gerne mitmischen, traut sich aber nicht so recht. Aber wo die Teenager unter sachkundiger Anleitung in allen möglichen Medien ihre ersten Gehversuche unternehmen können, tappt die Pharmaindustrie im Dunkeln. Bislang fehlt ihr eine konkrete Leitlinie, wie die Kommunikation auf Twitter, Facebook Co. aussehen darf. Und so erhält die Öffentlichkeit auf diesen Plattformen bislang keine/kaum Informationen über ethische Produkte.</p>
<p>Unabhängig davon, ob man das gut findet oder nicht – eine gewisse Rechtssicherheit wäre wünschenswert. In den USA hatte dazu die FDA mehrfach eine Vorlage angekündigt, die Veröffentlichung aber immer wieder verschoben. Wahrscheinlich wartet man, was der nächste große Wurf nach Web 2.0 wird. Auch hierzulande tut sich nichts. Zumindest verneinte der BPI noch vor einem Vierteljahr irgendwelche Aktivitäten. <strong>Nun hat sich die britische Prescription Medicines Code of Practice Authority (PMCPA) vorgewagt und ein Papier vorgelegt.</strong></p>
<p>Die PMCPA ist eine Art verlängerter Arm der britischen Pharmaindustrie und überwacht die Einhaltung eines Code of Practice. Er bezieht sich auf die Promotion verschreibungspflichtiger Arzneimittel bei Ärzten und auf die Bereitstellung von Informationen über verschreibungspflichtige Arzneimittel bei Patienten. Dieser Code ist auch die Grundlage für die Orientierungshilfe zur digitalen Kommunikation. Hier nun ein paar Stellungnahmen:</p>
<h4>Social media allgemein</h4>
<p>Grundsätzlich können Pharmaunternehmen social media in der Kommunikation mit der Öffentlichkeit nutzen. Allerdings müssen die zutreffenden Bestimmungen des Codes berücksichtigt werden.</p>
<h4>Twitter</h4>
<p>Wollte ein Unternehmen Twitter für die Promotion eines verschreibungspflichtigen Medikaments nutzen, müsste es sicherstellen, dass</p>
<ul>
<li>ausschließlich Fachkreise Zugriff auf die Inhalte haben</li>
<li>entsprechende Bestimmungen des Codes berücksichtigt werden</li>
</ul>
<p>Dies hält die Behörde angesichts des Zeichenlimits bei Twitter für kaum durchführbar. Bemerkenswert: Ein Hinweis auf die Publikation einer Studie würde vermutlich als Promotion angesehen werden.</p>
<h4>Wikipedia</h4>
<p>Hier stellt die Behörde die spannende Frage in den Raum, ob Unternehmen Einträge auf Wikipedia korrigieren können. Die Behörde sieht darin eine Art Faß ohne Boden. Denn bei einem Eingreifen müsste ein Unternehmen sicherstellen, dass ihre Korrekturen umfassend und ausgewogen sind, was auch Stellungnahmen zu Produkten der Mitbewerber einschließen würde.</p>
<h4>SEO (Search engine optimization)</h4>
<p>In den Augen der Behörde wäre es fragwürdig, wenn eine Unternehmen versuchte, seine Produktsite so zu optimieren, dass sie auch bei allgemeineren Suchanfragen (also nicht produktspezifischen) gut gelistet würde. Die Anpassungen sollten dem Inhalt der Site entsprechen und keinen werblichen Charakter haben.</p>
<h4>Blogs</h4>
<p>Betreibt oder sponsert ein Unternehmen ein Blog zu einem Medikament oder einem Therapiegebiet, müsste es dafür sorgen, dass alle Informationen den Bestimmungen des Codes entsprechen und die Sponsorenschaft offenlegen. So wäre beispielsweise ein Eintrag über einen Off-label-Gebrauch nicht akzeptabel. Die Behörde rät Unternehmen, Blogs nicht zu betreiben oder zu unterstützen, wenn zu erwarten ist, dass dort Äußerungen über Medikamente und deren Anwendung gepostet werden.</p>
<p>Sind die Briten nun schlauer? Vermutlich nicht sehr. Dass der Code auch auf die neuen Möglichkeiten der digitalen Kommunikation anzuwenden ist, war zu erwarten. Aber es gibt ja auch Graubereiche, und die wurden in dieser Vorlage längst nicht erschöpfend behandelt.</p>
<p>Was bedeutet beispielsweise das Verdikt zu Twitter, wenn ein Unternehmen Tweets zu einem von ihm gesponserten Satellitensymposium schalten möchte? Und in dem Statement zur Suchmaschinenoptimierung verweist die Behörde immer wieder auf Metadaten. Für das Ranking – zumindest auf Google – spielen aber andere Strategien eine Rolle. Die Reihe offener Fragen ließe sich fortsetzen.</p>
<p>Pharmafirmen, die über social media etc. kommunizieren, werden sich also – je nach Wagemut &#8211; noch für längere Zeit in einem Graubereich bewegen. Vielleicht wäre es ja eine gute Idee, eine Abgrenzung zwischen erlaubt und nicht erlaubt anhand von Best- und Worst-practice-Beispielen zu treffen.</p>
<p><a title="Social media Gudielines der PMCPA" href="http://www.pmcpa.org.uk/files/Digital%20Communications.pdf" target="_blank">Guidance on digital communications der PMCPA</a></p>
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		<title>Fukushima und die Strahlung: Was uns nicht umbringt, macht uns härter?</title>
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		<pubDate>Wed, 04 May 2011 15:14:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>

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		<description><![CDATA[Alle Menschen akzeptieren die Vorstellung, dass jegliche radioaktive Strahlung schädlich für uns ist! Alle? Nein, eine kleine Schar von Widerständlern behauptet sogar das Gegenteil. Demnach sollen geringe Strahlendosen positive Effekte haben und durch eine ArtWeiterlesen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Alle Menschen akzeptieren die Vorstellung, dass jegliche radioaktive Strahlung schädlich für uns ist! Alle? Nein, eine kleine Schar von Widerständlern behauptet sogar das Gegenteil. Demnach sollen geringe Strahlendosen positive Effekte haben und durch eine Art Impfmechanismus den Organismus vor Krebs schützen. Die Apologeten des so genannten Hormesis-Konzepts lassen grüßen.<span id="more-405"></span></p>
<h4>Was ist Hormesis?</h4>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 330px"><img class="  " style="border: 0pt none;" title="hormesis" src="http://www.form-und-fuellung.de/wordpress/wp-content/uploads/hormesis.jpg" alt="" width="320" height="240" />
<p class="wp-caption-text">Dosis-Wirkungs-Beziehungen &#8211; Hormesis</p>
</div>
<p>Von Hormesis spricht man, wenn eine an sich schädliche Substanz in sehr geringer Dosierung eine positive Wirkung auf den Organismus entfaltet. Die Kurve der Dosis-Wirkungs-Beziehung verläuft also nicht kontinuierlich ansteigend sondern biphasisch.</p>
<p>Als Beispiele für hormetische Effekte werden etwa Impfungen genannt, bei denen eine geringe Menge an Krankheitserregern das Immunsystem stimuliert, oder physikalische Anwendungen (Kälte etc.), die den Organismus kräftigen.</p>
<p>In der Pharmakotherapie zeigen zum Beispiel Digitalis und Opium hormetische Dosis-Wirkungs-Beziehungen. Und was die Hormesis radioaktiver Strahlung anbelangt, so soll eine niedrigdosierte Exposition die DNA-Reparatur- und andere Mechanismen aktivieren und zwar sogar über den aktuellen Bedarf hinaus, sodass ein Schutz vor strahlungsbedingtem Krebs entsteht.</p>
<h4>A glowing report on radiation</h4>
<p>Anlässlich des Reaktorunglücks in Japan hat nun Ann Coulter, eine   amerikanische Autorin, das Konzept wieder aufgegriffen. Aus ihrer Feder   stammen unter anderem folgende Aussagen:</p>
<blockquote>
<p>&#8220;With the terrible earthquake and resulting tsunami that have  devastated Japan, the only good news is that anyone exposed to excess  radiation from the nuclear power plants is now probably much less likely  to get cancer. This only seems counterintuitive because of media  hysteria for the past 20 years trying to convince Americans that  radiation at any dose is bad. There is, however, burgeoning evidence  that excess radiation operates as a sort of cancer vaccine. […]</p>
<p>[...]Tom Bethell, author of the ‘The Politically Incorrect Guide to  Science’ has been writing for years about the beneficial effects of some  radiation, or ‘hormesis’.&#8221;<br /> <a title="Ann Coulter: a glowing report on radiation" href="http://anncoulter.com/cgi-local/article.cgi?article=414" target="_blank">Ann Coulter</a></p>
</blockquote>
<p>Diese Statements haben ihr sogar zu einem Auftritt beim US-Sender Fox News verholfen. <a href="http://www.youtube.com/watch?v=0FNFF61E_Dg&amp;feature=player_detailpage" target="_blank">Das Video dazu findet sich hier.</a></p>
<h4>Ein Konzept mit Schönheitsfehler</h4>
<p>Nun wird es sicherlich Interessensgruppen geben, die begeistert „Siehste, ist ja alles nicht so schlimm!“ ausrufen. Zum einen kann man dank der Hormesis einer geringgradigen Strahlenexposition sogar etwas Positives abgewinnen. Darüber hinaus impliziert das Konzept, dass es Grenzwerte gibt, bis zu denen eine Exposition zumindest unbedenklich ist. Allerdings hat die Sache einen Schönheitsfehler.</p>
<p>Die Idee der Strahlen-Hormesis negiert nämlich die stochastischen Effekte der Radioaktivität, also jene Wirkungen, die nur mit den Mitteln der Wahrscheinlichkeitsrechnung zu fassen sind. Grundlage ist eine Veränderung der DNA. Die Wirkungen daraus – Mutation, Chromosomenaberration und Kanzerogenese – können bei jedem Menschen eintreten, sie müssen es aber nicht. Für stochastische Effekte gilt daher:</p>
<ul>
<li>Schon die geringste denkbare Dosis ist in der Lage Schäden auszulösen</li>
<li>Ein Schwellenwert, bis zu dem die Strahlung unbedenklich ist, existiert nicht</li>
<li>Die Wahrscheinlichkeit für Schäden steigt mit der Dosis</li>
</ul>
<p>Ganz anders ist die Lage bei den so genannten deterministischen Strahleneffekten. Grundlage ist nicht die DNA-Veränderung, sondern der Zelltod mit nachfolgenden Wirkungen wie Erythem, Katarakt, Dermatitis, Ulkus, Organschäden etc. Für deterministische Effekte gilt:</p>
<ul>
<li>Es gibt Dosen, die keine derartigen Schäden auslösen</li>
<li>Es gibt einen Schwellenwert, ab dem Wirkungen bei jedem Menschen mit Gewissheit eintreten</li>
<li>Das Ausmaß der Schäden steigt mit der Dosis</li>
</ul>
<h4>Und die Evidenz?</h4>
<p>Natürlich führen die Befürworter der Strahlen-Hormesis auch Studien an, die das Konzept stützen sollen. Das Bundesamt für Strahlenschutz BfS verweist aber darauf, dass für sichere Belege große epidemiologische Studien notwendig sind. Bislang hätten derartige Studien – ebenso wie experimentelle Untersuchungen &#8211; aber widersprüchliche Ergebnisse erbracht. <a title="Bundesamt für Strahlenschutz - Hormesis" href="http://www.bfs.de/de/ion/wirkungen/hormesis.htm" target="_blank">Das BfS resümiert</a>:</p>
<blockquote>
<p>Daher werden die Befunde über eine stimulierende oder hormetische Wirkung kleiner Dosen von den wichtigsten internationalen Gremien, wie ICRP, BEIR und UNSCEAR nicht als hinreichend überzeugend angesehen, um von der Hypothese einer linearen Dosiswirkungsbeziehung ohne Schwellendosis im Strahlenschutz abzuweichen.</p>
</blockquote>
<p>So spannend das Konzept der Hormesis ist – man sollte es nicht dazu missbrauchen, um Strahleneffekte zu beschönigen oder Grenzwerte zu ziehen, die vielleicht nur dazu dienen, den Ressourcenaufwand für den Strahlenschutz zu senken.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Die Journalistin und ihr Virus</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Apr 2011 10:50:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Lob und Tadel]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Lehrstück für crossmedialen Medizinjournalismus Mit zunehmendem Lebensalter tut sich bei der Suche nach Themen ein neuer Recherchepool auf: das persönliche Umfeld und schließlich man selbst. Da sind Todesfälle, schwere Erkrankungen, Aufenthalte auf der IntensivstationWeiterlesen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4>Ein Lehrstück für crossmedialen Medizinjournalismus</h4>
<p>Mit zunehmendem Lebensalter tut sich bei der Suche nach Themen ein neuer Recherchepool auf: das persönliche Umfeld und schließlich man selbst. Da sind Todesfälle, schwere Erkrankungen, Aufenthalte auf der Intensivstation und viele weitere Ereignisse, die berichtenswert erscheinen. Mir persönlich geht es aber immer noch so, dass ich Enthüllungen über Freunde und Verwandte scheue und auch mich selbst nicht besonders gerne als Patient im Rampenlicht sehen würde.</p>
<p>Eine, die dieselben Bedenken hatte, sich aber mit Bravour darüber hinwegsetzte, ist die US-amerikanische Reporterin Meg Heckman. <span id="more-389"></span></p>
<p>Heckman leidet seit ihrer Geburt an Hepatitis C und hat sich vor kurzem aufgerafft, ihr persönliches Schicksal mit einer Berichterstattung über die Infektionskrankheit zu verknüpfen. Ihre Serienberichte beim <em>Concord Monitor </em>zeigen nicht nur, was es bedeutet, zugeich Subjekt und Objekt zu sein, sie sind auch ein Beispiel für guten crossmedialen Journalismus.</p>
<p>So lässt sich zwar das Primat des Printmediums meines Erachtens nicht ganz verleugnen, dennoch wurde das Thema auch online mit Multi- und Social-media-Elementen gut umgesetzt. Sehr gelungen finde ich etwa das Video, in dem Heckman erläutert, was sie bewegt.</p>
<p><a title="Website concordmonitor.com" href="http://www.concordmonitor.com/hcv" target="_blank">Zur Concord Monitor Website</a></p>
<p>Auf der Website der amerikanischen Journalistenschule <em>Poynter </em>schreibt Heckman zudem, was sie an Erfahrungen aus dem Projekt mitgenommen hat. Für mich ganz wesentlich:</p>
<ul>
<li>Der Nutzen der crossmedialen Aufbereitung, die dem Thema offenbar eine breite Resonanz bescherte und</li>
</ul>
<ul>
<li>die Erkenntnis, wie viel für die Person, über die berichtet wird, auf dem Spiel steht.</li>
</ul>
<p><a title="Website Poynter" href="http://tiny.cc/671v5" target="_blank"> Zur Poynter Website</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Eine Pressemitteilung mit &#8220;Pfiff&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Apr 2011 08:03:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Lob und Tadel]]></category>

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		<description><![CDATA[Neulich &#8211; am 4. April &#8211; erhielt ich die Pressemitteilung einer der &#8220;führenden Versandapotheken Deutschlands&#8221;. Sie wurde verfasst von einer Agentur, die laut eigener Website &#8220;weiß, worauf es ankommt&#8221; und sich als &#8220;Botschafter eines fundiertenWeiterlesen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Neulich &#8211; am 4. April &#8211; erhielt ich die Pressemitteilung einer der &#8220;führenden Versandapotheken Deutschlands&#8221;. Sie wurde verfasst von einer Agentur, die laut eigener Website &#8220;weiß, worauf es ankommt&#8221; und sich als &#8220;Botschafter eines fundierten Medizinjournalismus&#8221; versteht. &#8220;Wir schreiben wissenschaftlich fundiert, verständlich und mit Pfiff&#8221;, lässt man mich wissen. Nun ja.<span id="more-181"></span></p>
<blockquote class="pull-right"><p> <strong>Chronisch kranke Schüler nehmen immer mehr zu</strong></p>
<p><em>Endlich Schluß mit dem Vergessen von Medikamenten</em></p>
<p>Halle (xyz) Wenn das Handy eines Schülers in Zukunft eine SMS empfängt,  dann kann dass eine Erinnerung für die Medikamenteneinnahme sein. Viele  junge Patienten müssen wegen ihrer Erkrankung wie Asthma, Allergien oder  Stoffwechselstörungen regelmäßig Medikamente einnehmen.  Wissenschaftliche Untersuchen zeigen, das die regelmäßige Einnahme von  Medikamenten vielfach vergessen wird. Das beeinflusst den  Krankheitsverlauf negativ. [...]</p></blockquote>
<p>&#8220;Chronisch kranke Schüler nehmen immer mehr zu&#8221;, heißt es in der Headline der Pressemitteilung. Aha, die Armen leiden also nicht nur unter Asthma, Epilepsie oder Morbus Crohn, sie werden auch noch immer dicker. Zu den Krankheitsbildern passt das ja nicht unbedingt, aber wer weiß, was man in einer neuen Studie rausgefunden hat. Darüber könnte die Subline Aufschluss geben. Die aber lautet &#8220;Endlich Schluß mit dem Vergessen von Medikamenten&#8221;.</p>
<p>Nicht nur, dass die Formulierung sprachlich ein mittleres Desaster darstellt und &#8216;Schluss&#8217; mittlerweile mit Doppel-s geschrieben wird; zwischen Head- und Subline klafft auch eine inhaltliche Lücke, so tief wie eine Gletscherspalte. Und die Autoren halten ihr Niveau. Sie reihen Rechtschreibfehler und Wortwiederholungen aneinander und pflegen einen ausgeprägten Nominalstil. Dass ihre Headline Unsinn ist, haben sie aber dann wohl selbst festgestellt; zumindest sind sie im weiteren Text mit keiner Silbe mehr darauf eingegangen.</p>
<p>Der Versandapotheke kann man eigentlich nur raten, schnell die Agentur zu wechseln. Und der Agentur, ihren selbstgestellten Ansprüchen besser gerecht zu werden.</p>
]]></content:encoded>
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